Verständnis VS Auswendiglernen

3 11 2009

Also,
ich sitze so in der uni um 18 Uhr, was ansich schonmal ne frechheit ist- nagut 17:45 man will ehrlich sein – und mich beschleicht ein übles gefühl.
Ob ich mich die letzten 21 jahre in dem was ich so geglaubt hab geirrt hab.
Klingt jetzt zunächst mal nach ner schweren existenzkrise. ist aber noch viel schlimmer.
Seit anbeginn meiner zeitrechnung, hab ich ingenieuren, wirtschaftlern und allen anderen die irgendwie mal mathematik am rande brauchen gesagt, es sei besser das thema zu verstehen als nur für bestimmte aufgaben einen lösungsweg zu kennen.

Im prinzip Verständnis geht über Auswendiglernen. Naja nun hört einem da ein ingenieur niemals zu denn fürs verstehen muss man sich ja richtig mit der materie beschäftigen, und das ist nicht erstrebenswert, wenn man eigentlich nur ne brücke bauen möchte.

Was versteht man in der hinsicht unter verständnis? wenn da jemand ne schlaue definition hat die nicht so problematisch ist wie meine dann bitte schnell her damit. Ich dachte bis eben verständnis bedeutet, das einem die grundlegende struktur klar ist, man also alle aussagen in ein schema packen könnte und alle beziehungen dazwischen klar sind, und sich vor allem direkt ergeben.
Ich hab offensichtlich nicht das beste verständnis vom verständnis…

Aber wenn das das gleiche wie verständnis ist, dann haben wir hier ein problem. Was hindert mich daran diese strukturen einfach auswendig zu lernen? Kein verständnis alles nur runtergebetet.
Also simples beispiel:
Schüler a) Kann ohne probleme die maximalstellen einer funktion bestimmen.
Schüler b) weiß warum f'(x)= 0 ein notwendiges kriterium für eine maximalstelle ist. und kann daher natürlich auch diese maximalstellen bestimmen.

Da wär man doch geneigt schüler b) mehr verständnis zu zu gestehen. Aber die begründung ist leicht auswendig gelernt.
Das läuft also alles auf einen modifizierten Turingtest hinnaus:

Setze Mr. Verständnis und Mr. Auswendiglernen zusammen an einen tisch und versuche mit fragen zu einem thema rauszufinden wer wer ist.

These ist jetzt natürlich, das man es mit auswendiglernen schafft den Test zu bestehen.

Nächste frage: kann ich selbst erkennen ob ich eher der auswendiglernen bin oder ein versteher, falls es überhaupt versteher gibt…
Von sich selber würde doch wohl jeder behaupten er ist ein versteher. Noch von der schule her ist bekannt: „ich brauch nicht so viel zu lernen ich kann mir das alles zusammenreimen“.  Das wäre aber auch erklärbar indem man einfach auf einer meta-ebene schon gelernt hat wie der ganze kleinkram zusammengehört. Das oben angesprochene schema.
So wäre man am ende nurnoch am reproduzieren und das verständnis ist einfach nur die gesamtheit des auswendiggelernten.

Und blöderweise hier schon wieder an einer freier wille/geist diskussion angelangt.

Nunja und ich sitz also um 17:45 in der uni versuche was zu verstehen und hab mir ziemlich deutlich vor augen geführt, das das nur geht wenn man wahnsinnig viel lernt… na gute nacht.

Btw an die techniker: gibt es ne möglichkeit den Introducing eintrag über diesen hier zu stellen, da der doch etwas aktueller ist?

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